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BVG-Reform 2022: So soll die zweite Säule reformiert werden

Vergangene Vorsorgereformen hatten einen schweren Stand und so sind verschiedene Vorlagen bereits gescheitert. Mit der BVG-Reform 2022 liegt nun ein neuer Vorschlag auf dem Tisch.

In den letzten Jahren gab es verschiedene Versuche der Politik, das Schweizerische Vorsorgesystem zu revidieren, die jeweils gescheitert sind, z.B. die „Altersvorsorge 2020“, die 2017 vom Volk abgelehnt wurde. Nun hat aber ein Umdenken stattgefunden: Statt wie in der Vergangenheit ein umfassendes Gesamtpaket vorzuschlagen, sollen nun die 1. und 2. Säule einzeln reformiert werden.

Während im Mai bereits die AHV-Steuervorlage angenommen wurde und sich auch die Reformvorlage AHV21 auf guten Weg befindet, geht es bisher bei der Reformation der 2. Säule weniger schnell voran. Doch auch hier geht es langsam vorwärts, konnten sich doch im Juli Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf die Rahmenbedingungen der BVG-Reform 2022 einigen. Während der Bundesrat nun entscheidet, ob diese „Kompromisslösung“ dem Parlament vorgelegt werden soll, dürfte die finale Vorlage zu Abstimmung vor das Volk kommen. 

Die wichtigsten Punkte der BVG-Reform 2022 sind:

  • eine Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6 Prozent
  • die Halbierung des Koordinationsabzugs von 24‘885 auf 12‘443 Franken
  • die Einführung eines solidarischen Rentenzuschlag, was in der beruflichen Vorsorge ein Novum darstellen würde.

Zusätzlich sollen die Altersgutschriften angepasst werden, mit dem Ziel, dass Arbeitnehmende ab 45 Jahren weniger Lohnbeiträge als bisher einzahlen sollen, was ihre Chancen am Arbeitsmarkt zusätzlich verbessern könnte und die Bonität zusätzlich erhöht.

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Gefährliche Trends bei Schuldnern

Heute ist es in Mode gekommen, teure Dinge auf Kreditkarte oder Finanzierung zu kaufen. Sogar Kredite über mehrere zehntausend Franken werden für alltägliche Einkäufe oder Lebensträume verwendet. Dabei sollte jedem klar sein, wie riskant dieses Spiel ist. Jetzt sollen plötzlich die Anbieter von Finanz-Sanierungen daran Schuld sein, wenn manche sich immer tiefer in den Strudel von geborgten Träumen stürzen. 

Ständige Angebote in der Werbung verleiten dazu, dass wir immer mehr wollen und noch mehr in den Einkaufskorb legen. Das bessere iPad, der neue Riesenflachbildschirm, die neue Küche, das Fitness-Programm, der Luxus-Urlaub, den Traum vom eigenen Laden. Damit wird der Teufelskreis der Konsumsucht angetrieben, der Schuldner immer tiefer in einen Sumpf hinabsinken lässt. Klassische Medien und Social Media verschlimmern diese Kaufsucht mit Sensationsmeldungen, die zum Hinschauen verleiten und noch mehr Werbung zeigen. 

Auto auf Kredit

Besonders gefährlich ist es bei Autos. Denn ein Auto ist für viele notwendig um den Beruf ausüben zu können. Nur einmal einen Unfall gehabt – auch unverschuldet – und schon zahlt man seine Finanzierung für die 32’000 Franken weiter, obwohl das Auto nur noch ein Drittel wert ist. Beim Wiederverkauf schaut man durch die Finger. Noch schlimmer ist es, wenn der Wagen geleast war. Dann zahlt man vollends drauf. 

Lebensträume auf Pump

Viele wollen auch nicht mehr “auf das gute Leben“ warten und finanzieren ihre Lebensträume mit Krediten, die eigentlich für andere Investitionen geplant waren. Dann wird der Kredit, der für die Modernisierung des Badezimmers aufgenommen wurde, doch für die Reise und das teure Musikinstrument verwendet, das man nur so durchschnittlich spielen kann. Oder man erfüllt sich die Yogaausbildung auf Bali für ein halbes Jahr. Die Immobilie mit dem alten Badezimmer kann aber nicht besser vermietet werden in der Zeit. Die entgangenen Umsätze werden einfach verschwiegen und kleingeredet. Auch, dass es oft an den passenden Einnahmen fehlt, wird gerne ignoriert. 

Passiven Einkommen lernen

Ebenso ist der Traum vom Leben als Künstler, Ladenbesitzerin, Moderatorin oder Influencerin mit passivem Einkommen oft teuer erkauft. Hier haben findige Unternehmer ein Geschäftsmodell daraus gemacht: Den Opfern wird über Monaten suggeriert, dass sie nur ein Lern- und Coachingprogramm für mehrere zehntausend Franken absolvieren müssten. Innert eines halben Jahres wären sie damit international bekannte Stars, die Traumgagen würden die Investition wieder hereinverdienen. Man müsse nur sein Mindset öffnen, damit es funktioniere, kann man häufig auf solchen Guru-Seiten lesen. Dass das natürlich nur bei wenigen eintritt, ist klar. Aber die Hoffnung stirbt erst, wenn Strom und Telefon abgestellt werden. 

Auf Kosten anderer

Die oft mittelständischen Gläubiger müssen einstweilen auf ihr Geld warten. Angestellte müssen bezahlt, Waren gekauft und Dienstleistungszeit unbezahlt vorgestreckt werden. Gerade wenn kleinere Unternehmen mehrere solcher Kunden in ihren Karteien führen, kann das sehr schnell sehr gefährlich werden. Dann werden Unternehmen, die alles richtig gemacht haben, in diesen Strudel hineingerissen. 

Öffentlichkeit als Waffe

Steht einem Schuldner das Wasser bis zum Hals, müssen endlich neue Perspektiven her. Aber anstatt nachhaltige Lösungen zu suchen, wird gerne auf die Hilfskräfte geschossen. Sei es der Vermittler zur Umschuldung, die Finanzberater in der Bank, der Finanzsanierer oder das Unternehmen, das sogar bei schwieriger Bonität noch mit einer Finanzierung hilft. All diese Unternehmen sind angeblich schuld, dass jemand sich einen 4. Kredit aufnimmt und gar nicht vorhat diesen zu tilgen. 

Das diese Unternehmen mit erheblichen Ausfallrisiken arbeiten, wird nirgends erwähnt. „Bei etwa 7-10 % der Schuldner müssen wir feststellen, dass es tatsächlich keinen Willen zur Sanierung gibt. Die haben es geschafft, sich lange aus der Misere herauszureden.“ sagt uns eine anonyme Quelle aus dem Umfeld eines Finanz-Hauses in Basel. 

Große Skandale für kleine Gagen

Die Medien leisten fleissig Schützenhilfe dabei, indem sie jede Geschichte dankbar als „großen Skandal“ in ihren Blättchen inszenieren. Betroffene werden tränenreich interviewt. Auf Facebook und Twitter wird es zusätzlich in die Welt posaunt. Einige Claqueure aus dem Bekanntenkreis sind schnell gefunden. Dann werden Kommentare geschrieben. Der Schuldner wird für das Interview entschädigt. Etwa 200 Franken, wie wir recherchieren konnten. 

Zwei Tage später spricht wieder niemand mehr darüber. Der Effekt sind die 15 Minuten Ruhm, die schon Andy Warhol prophezeit hat. Aber das Internet vergisst nie, denn wer den Schuldner recherchiert, wird sofort die Geschichte finden. Seinen Namen im Zusammenhang mit hohen Kreditsummen zu sehen, kann nicht vorteilhaft sein. Nicht umsonst klagen viele, die in Internet-Zeitungen genannt wurden auf das “Recht auf vergessen”.

Mittelständische Unternehmer wissen in dies nicht, wie sie die nächste Rechnung zahlen. Denn die Gage fließt vermutlich nicht in die Tilgung der Schuld, sondern in den nächsten geborgten Lebenstraum.

Wir möchten nochmals davor warnen und darauf aufmerksam machen: Kaufsucht ist ernst und hat ebenso ernste Folgen. Machen Sie hier einen Selbsttest, ob Sie dafür anfällig sind. 

Überlegen Sie bei jeder Investition genau, wie lange Sie dafür brauchen werden, diese zu finanzieren. Lassen Sie sich nicht von ausgefeilter Werbung dazu verleiten, Lebensträume mit Krediten zu finanzieren. Wenn Sie sich schon unwohl mit Ihrer Kreditsumme fühlen, sprechen Sie mit Ihren Beratern oder wenden Sie sich gleich an einen unserer empfohlenen Finanzsanierer, damit Sie das Problem nicht auf Kosten anderer lösen müssen. 

Fotos: Austin Distel on Unsplash / www.distel.co / Model: @Austindistel https://www.instagram.com/austindistel/ Photographer: @breeandstephen https://www.instagram.com/breeandstephen/

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