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Bedenklich: Kreditkartenlimit ausgereizt und immer noch Zahlungen möglich

Kreditkarten sind heute nicht mehr wegzudenken und fast jeder besitzt eine, da diese viele Vorteile mit sich bringt. Gerade in der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit werden Kreditkarten gerne eingesetzt, um große Geschenke zu finanzieren – oft über das eigene Kreditkartenlimit hinaus. Das dicke Ende kommt dann im Winter, wenn die Heizkosten zu bezahlen sind. Das stürzt viele in Schulden, die vermeidbar wären.

Kreditkarten und Kreditkartenlimit – das müssen Sie wissen

Kreditkarten folgen meist dem Prinzip, dass die getätigten Kreditkartenumsätze gesammelt werden und dann zu einem vorab festgelegten Tag im Monat dem Karteninhaber verrechnet werden. Die Umsätze werden somit nicht sofort beim Kauf vom Konto abgebucht, sondern erst später vom Girokonto eingezogen. Dabei wird dem Kunden ein individueller Kreditrahmen – sein Limit – eingeräumt. Manche Banken bieten die Möglichkeit, dass Sie den Betrag sofort und zinslos begleichen können oder diesen in Raten abbezahlen können. Eine Ratenzahlung hört sich zwar bequemer an, allerdings fallen hier sehr hohe Kreditzinsen an. Gemäß Welt.de warnen Verbraucherschützer vor Kreditkarten mit Ratenzahlung. Diese führen aufgrund der hohen Zinsen noch leichter in die Schuldenfalle.

Einfach und unbemerkt überziehen Sie Ihr Kreditkartenlimit

Normalerweise können Limite auf der Kreditkarte nur in Ausnahmefällen übezogen werden. Doch Kreditkartenunternehmen nehmen es mit den Limits nicht immer so genau. So ist es möglich über sein Limit einzukaufen, wenn der Bezahlvorgang nicht sofort an das Kreditkartenunternehmen geliefert wird. SRF-Konsumentenmagazin „Espresso“ berichtete darüber, dass Transaktionen, die das Limit übersteigen normalerweise abgelehnt werden. Es gab aber trotzdem Fälle, bei denen der Kreditrahmen überzogen wurde. Fachleute der Budget- und Schuldenberatung Plusminus fordern, dass Kunden im Falle einer solchen Überschreitung direkt informiert werden sollten.

Schuldenfalle Kreditkarte: So schnell kommt es zur Überschuldung

Kreditkarten führen dazu, dass Sie beim Einsatz leicht den Überblick über Ihre tatsächlichen Ausgaben verlieren, denn auf der Karte steht es nicht drauf. Zudem senken Sie die Hemmschwelle größere Ausgaben zu tätigen, da die Beiträge nicht sofort zu Buche schlagen, sondern erst Wochen später abgebucht werden. Schnell überziehen Sie so Ihre finanziellen Möglichkeiten und Ihr Bankkonto ist im nächsten Monat dick im Minus. Der Schuldenberg wächst unaufhaltsam und gleichzeitig die Zinsbelastung, die durch die Dispokredite und Kreditkarte entstehen. Ein Schuldenberg, der nur vom shoppen wächst.

Tipps, wie Sie die Schuldenfalle umschiffen

  • Falls Ihre Bank SMS Informationen anbietet, nutzen Sie dies! So werden Sie direkt darüber informiert, wie viel Sie mit Ihrer Kreditkarte eingekauft haben.
  • Prepaid-Kreditkarte sorgen für keine bösen Überraschungen. Diese funktionieren auf Guthabenbasis, was für Sie bedeutet, dass Sie nur das ausgeben, was Sie vorher auf Ihre Karte geladen haben.
  • Lassen Sie die Finger weg von Kreditkarten mit Ratenzahlung – hier müssen Sie hohe Zinsen zahlen.
  • Wenn Sie nicht mit einer Kreditkarte umgehen können, dann kaufen Sie mit einer Debit-Karte ein. Was Sie mit dieser Karte bezahlen, wird sofort vom Konto abgebucht – ähnlich einer Girokarte.
  • Und wenn Sie bemerken, dass Sie Ihren finanziellen Überblick verlieren, geben Sie Ihre Kreditkarte ab und heben Sie monatlich einen bestimmten Geldbetrag ab.
  • Schreiben Sie sich alle Ihre Ausgaben auf und geben Sie sich selbst Grenzen. Hier kann Sie ein Haushaltsbuch unterstützen.
  • Sind Sie bereits in die Schuldenfalle getappt? Dann hilft es zunächst eisern zu sparen. Zudem können Sie sich an Ihren Bankberater wenden und mit Ihm eine Lösung erörtern. Eine Umschuldung könnte auch eine Möglichkeit für Sie sein, da Kreditzinsen geringer sind als Dispo-Zinsen. Wenden Sie sich an Schuldnerberatungen. Wir empfehlen Ihnen PlusMinus und andere Hilfeleister, finden Sie hier.

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Bonität Schulden

Global immer höhere Verschuldungen – Angst vor Aktiencrash

Weltweit wachsen die Schulden von Staaten, Unternehmen und Haushalten kräftig. Mittlerweile liegt die globale Verschuldung sogar deutlich über dem Niveau der Finanzkrise. Wenn das Wirtschaftswachstum noch stärker gehemmt wird, könnte die Sorglosigkeit der Anleger darüber bald enden.

Weltweite Schulden erreichen Rekordstand 

Wie aktuelle Daten des Institute of International Finance (IIF) zeigen, wächst der internationale Schuldenturm immer weiter an – ein Ende ist dabei vorerst nicht in Sicht. Die weltweiten Schulden seien dabei im ersten Halbjahr 2019 auf insgesamt 250,9 Bio. US-Dollar gestiegen. Dies entspricht 320% des weltweiten Bruttoinlandprodukts (BIP) und ist ein neuer Rekordwert. Da die immer höheren Schulden das Wirtschaftswachstum hemmen, könnte dies auch für Anleger negative Konsequenzen haben. Allerdings scheinen die Investoren die Gefahren dieser Entwicklung derzeit noch nicht allzu hoch zu gewichten. Schliesslich haben Aktien-Leitindizes an vielen Börsen in letzter Zeit Rekordstände erreicht.

China und USA für 60% des Schuldenanstiegs verantwortlich

Das IIF, eine weltweite Vereinigung von Finanzinstituten, erwartet in nächster Zeit auch kein Abflauen des Trends zu immer mehr Schulden. Getrieben von den China und den USA, dürfte die weltweite Verschuldung bis zum Jahresende auf 255 Bio. USD wachsen, heisst es in dem Bericht weiter. Die beiden Grossmächte seien zusammen für rund 60% des jüngsten Anstiegs verantwortlich gewesen. Auffällig war auch die immer weiter steigende Verschuldung der Schwellenländer. Diese erreichte mit 71,4 Bio. USD ebenfalls einen Rekordwert. Diese Zahl entspricht 220% des Gesamt-BIP dieser Länder. 

Ebenfalls bemerkenswert ist, dass die Verschuldung in sämtlichen wichtigen Bereichen weltweit im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. So legte sie etwa bei den Staaten um 2,8 Bio. auf 68,4 Bio. USD zu, was dem höchsten prozentualen Anstieg unter den verschiedenen Sektoren gleichkam. Bei den privaten Haushalten wuchs die Schuldenlast um 1,6 Bio. auf 47,2 Bio USD, während im Finanzsektor eine Zunahme um 0,5 Bio auf 61 Bio. USD zu beobachten war. Bei den Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors legten die Schulden dabei deutlich schneller zu als in demselben, und zwar um 2,3 Bio. auf 74,2 Bio USD.

Immer grösserer Bondmarkt

Der längerfristige Trend ist ebenfalls wenig erbaulich, denn die weltweiten Schulden haben im vergangenen Jahrzehnt um mehr als 70 Bio. USD zugelegt. Dafür waren vor allem Staaten und Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors verantwortlich. Diese beiden Bereiche stockten ihre Schulden um jeweils rund 27 Bio. USD auf. Während in den Industrieländern die Staatsverschuldung in diesem Zeitraum besonders stark wuchs, erhöhten in den Schwellenländern vor allem die Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors ihre Verschuldung. So verdreifachte sich diese in der genannten Periode auf mehr als 30 Bio. USD. 

Firmen, die sich in Staatsbesitz befinden, spielten dabei eine besonders wenig glorreiche Rolle, denn auf sie entfällt gemäss der Studie mittlerweile mehr als die Hälfte der Unternehmensverschuldung in Schwellenländern wie beispielsweise Brasilien, Chile oder Peru. Mit der Entwicklung einher ging ein starkes Wachstum der Kapitalmärkte. So ist das Volumen der weltweit emittierten Obligationen von 87 Bio. USD im Jahr 2009 bis Mitte 2019 auf über 115 Bio. USD gestiegen. Dabei fällt besonders auf, dass der Anteil von Staatsanleihen an diesem Volumen in diesem Zeitraum um sieben Prozentpunkte auf 47% gewachsen ist. Der Anteil von Emittenten aus dem Finanzsektor am Gesamtvolumen der Obligationen in dagegen um zehn Prozentpunkte auf 40% zurückgegangen. 

Auch die Ratingagentur Independent Credit View (I-CV) mit Sitz in Zürich warnt in ihrem aktuellen Bericht ebenfalls von einer «weiterhin imminenten Gefahr» von möglicher Blasenbildung und Fehlallokationen.

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