Coronakrise Finanzsanierung Konsumentenschutz Schuldenberatung

Wie unser Arbeitsleben unter der Coronakrise leidet

Die Krise rund um die grassierende Corona-Pandemie hat das Arbeitsleben in die eigenen vier Wände verlagert. Neben dem ganzen Komfort, den Homeoffice mit sich bringt, fordert dies auch einen unangenehm hohen Tribut.

Um die Ausbreitung des potenziell tödlichen Coronavirus so gut wie möglich einzugrenzen, haben viele Banken, Versicherungen und weitere Arbeitgeber grosse Teile der Angestellten nach Hause geschickt. Eine grosse Kantonalbank etwa hat inzwischen so gut wie allen Arbeitnehmenden erlaubt, von zuhause aus zu arbeiten, sofern es die Arbeit ermöglicht. Zuhause arbeiten ist einerseits angenehm, da der Arbeitsweg je nach Grösse der Wohnung oder des Hauses nur ein paar Fussschritte beträgt, man viel mehr Zeit mit der Familie verbringen und nach getaner Arbeit direkt den Freizeitbeschäftigungen nachgehen kann.

Homeoffice hat durchaus Schattenseiten

Die amerikanische Nachrichtenagentur Bloomberg hat dazu in einem ausführlichen Bericht zahlreiche Nachteile aufgelistet. Laut der Auswertung des Netzwerkproviders NordVPN arbeiten Menschen im Homeoffice rund drei Stunden länger als noch vor dem Lockdown. NordVPN hat zu diesem Zweck ermittelt, zu welchem Zeitpunkt und für wie lange die Nutzer mit dem Dienst verbunden sind. Von allen Ländern, in welchen das Unternehmen aktiv ist, machen die US-Amerikaner die meisten Überstunden. Im Vereinigten Königreich, Frankreich und Spanien hat sich der Arbeitstag um zwei Stunden verlängert, in Italien gibt es hingegen keine Veränderung. Auch die Struktur des Arbeit- und Alltags hat sich verändert: Ohne Pendeln haben sich die Aufwachzeiten nach hinten verschoben, stellte NordVPN fest. Laut des amerikanischen E-Mail-Clients Superhuman hätten sich aber dafür die Spitzenzeit für den E-Mail-Verkehr um eine Stunde nach vorne auf 9 Uhr morgens verschoben. Angestellte sind auch spät in der Nacht noch aktiv. Surfshark, ein weiterer VPN-Anbieter, verzeichnete Nutzungsspitzen zwischen Mitternacht bis 3 Uhr morgens, die vor dem Ausbruch des Coronavirus noch nicht vorhanden waren.

Neben der zeitlichen Mehrbelastung sorgt vor allem auch die nun in Schieflage geratene Work-Life-Balance für die grösste Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit. Dies vor allem, weil man der Arbeit schlichtweg nicht mehr entrinnen kann, wenn sie in den eigenen vier Wänden stattfindet. Ohne sinnvolle Freizeitbeschäftigung und weil man aufgrund der aktuellen Situation zuhause bleiben sollte, haben viele Menschen das Gefühl, keine legitime Entschuldigung dafür zu haben, für die Arbeit nicht erreichbar zu sein. Bloomberg liefert dafür auch Beispiele:

So habe ein Mitarbeiter der amerikanischen Grossbank J.P. Morgan seine morgendliche Dusche unterbrochen, um an einer kurzfristig angesetzten ad-hoc-Besprechung teilzunehmen, nachdem er die Einladung von einem Kollegen auf seiner Smartwach gesehen hatte. Andere wohnen in Wohngemeinschaften, wo das Wohnzimmer tagsüber belegt ist, sodass die Betroffenen nur wenige Meter von ihrem Bett im Schlafzimmer arbeiten müssen, was sich auf die Arbeitsmoral und die Schlafgewohnheiten auswirkt. Das macht sich auch in repräsentativen Umfragen Anfang April und US-Angestellten bemerkbar: Knapp 45 Prozent der Arbeiter gaben an, dass sie in einen Burnout schlittern. Fast die Hälfte führte die psychische Belastung auf die gestiegene Arbeitslast, die Herausforderung, berufliches und persönliches Leben unter einen Hut zu bringen, und den Mangel an Kommunikation und Unterstützung seitens ihres Arbeitgebers zurück. 


Geben Sie acht auf sich und vor allem die persönlich Gesundheit. Kranke Arbeitnehmer sind gefährdeter den Arbeitsplatz zu verlieren und daran hängt oft eine Existenz. Wenn Sie durch die Krise in finanzielle Schieflage gekommen sind, ist das keine Tragik. Werden Sie gesund und erarbeiten Sie so schnell wie möglich mit einem Profi einen Finanz-Sanierungsplan. Unsere Empfehlungen helfen gerne weiter.

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Coronakrise Konsumentenschutz Schulden

Wegen Coronavirus: Historischer Wirtschaftseinbruch in der Schweiz möglich

Seit Mitte März hat sich die Schweizer Wirtschaft wesentlich stärker verschlechtert als noch zu Beginn der Coronakrise erwartet.

Wie Eric Scheidegger, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), letzte Woche bekanntgab, fiel bisher ein Viertel der gesamten Produktivität weg. In verschiedenen Branchen liege der Ausfall derweil noch deutlich höher. Beim Gastgewerbe bewegen sich die Zahlen bei über 80 Prozent und beim Detailhandel und der Transportbranche seien bisher zwischen 50 und 60 Prozent der Produktivität verloren gegangen. Die Konjunkturprognosen von März seien deshalb «bereits überholt», wie Scheidegger am Samstag vor den Bundeshausmedien sagte. Die beiden aktuellen Szenarien des Seco gehen von einer schwereren Rezession aus als bisher angenommen, bei der auch die Erholung der Wirtschaft länger auf sich warten lassen könnte. Daraus würde ein Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 7,1 oder gar 10,4 Prozent resultieren. Einen vergleichbaren Einbruch der Wirtschaft hatte es in der Schweiz zum letzten Mal im Jahr 1974 gegeben: Damals war das BIP der Schweiz im Zuge der Erdölkrise um 6,7 Prozent abgesackt.

Beim Seco-Szenario «V-Rezession», in dem von einem BIP-Rückgang mit zügiger Erholung ausgegangen wird, würde sich die Schweizer Wirtschaft nach einem Minus von rund 7 Prozent im Jahr 2021 mit einem massiven BIP-Anstieg von plus Prozent erholen können. Das Szenario «L-Rezession» deutet dagegen auf eine noch weitaus düsterere Zukunft hin, in der es nach einem massiven Einbruch nur zu einer schwachen Erholung käme: Dabei würde die Schweizer Wirtschaft 2020 in der Grössenordnung von 10 Prozent schrumpfen und 2021 nur gerade wieder 3 Prozent zulegen können. Die Seco-Ökonomen beziffern auch die ungefähre Höhe des BIP-Ausfalls durch die Coronakrise. So würde im «bestmöglichen» Basisszenario der BIP-Verlust per Ende 2021 gegenüber dem Stand von Ende 2019 etwa 30 Milliarden Franken betragen. Im Szenario «V-Rezession» steigt der BIP-Verlust auf rund 90 Milliarden Franken und eine «L-Rezession» würde einen BIP-Verlust von historischen 170 Milliarden bedeuten.

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