Bonität Coronakrise Konsumentenschutz Kredite

Internationale Finanzmärkte hoffen auf wirksame Corona-Impfstoffe

Laut einer aktuellen Studie der Credit Suisse wird das Vermögen der Weltbevölkerung 2020 insgesamt nur minimal schrumpfen. Damit im nächsten Jahr wieder ein Wachstum möglich ist, muss die geplante Impfkampagne aber unbedingt ein Erfolg werden.

Die Börse trotzt weiterhin der Krise, obwohl die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen jüngst in zahlreichen Ländern in die Höhe kletterte. Der SMI fiel zwar zeitweise unter die 10’000 Punkte-Marke, gab aber über die letzte Woche kaum nach, obwohl die Fallzahlen in der Schweiz neue Rekordwerte erreichten. Der Optimismus der Finanzmärkte kommt einerseits von den soliden Quartalsergebnissen in vielen Branchen und dem Vertrauen in die Massnahmen von Regierungen und Banken und andererseits von der Annahme, dass spätestens ab nächstem Jahr weite Teile der Weltbevölkerung gegen das hochansteckende Virus geimpft werden. Realistisch betrachtet handelt es sich bei der Hoffnung auf einen baldigen Start der Corona-Impfkampagne jedoch mehr um eine Wette als um eine Gewissheit. Deshalb werden die Anleger auf die kommenden Jahre auch mit Rückschlägen und den damit verbundenen wirtschaftlichen Turbulenzen rechnen müssen.

Ausserdem zeigte eine kürzlich durchgeführte Expertenbefragung der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA), dass aufgrund fehlender Langzeitstudien Überraschungen möglich sind. So kann es nicht nur sein, dass einzelne Impfstoffe wegen unerwarteter Nebenwirkungen wieder vom Markt genommen werden müssen, sondern auch, dass sich die Schutzwirkung einzelner Vakzine schneller verflüchtigt als erwartet. Für den Erfolg der Kampagne wird es entscheidend sein, dass die Menschen in die Sicherheit der verabreichten Wirkstoffe vertrauen und somit eine schnelle wirtschaftliche Erholung ermöglichen.

Die Credit Suisse veröffentlichte am Donnerstag ihren Global Wealth Report, in welchem hervorgeht, dass das globale Vermögen im ersten Quartal nach dem ersten Einbruch der Finanzmärkte um über 17 Billionen Dollar zurückging. Im zweiten Quartal konnte es sich jedoch wieder erholen und lag Mitte Jahr etwa 1 Billion Dollar höher als noch im Januar. Bis Ende Jahr geht die Credit Suisse von einem knappen Minus von 0,6 Prozent aus. Nannette Hechler-Fayd’herbe, Chefin Anlagestrategie bei der Credit Suisse, meinte dazu, dass «die Reaktion von Regierungen und Notenbanken im Frühling zu einer raschen Stabilisierung und Erholung der Finanzanlagen beigetragen» hatte. Sie geht davon aus, dass die globalen Vermögen im kommenden Jahr um etwa 3,5 Prozent ansteigen werden. Vorausgesetzt natürlich, dass die Corona-Impfstoffe ihren Zweck erfüllen.

Das weltweit grösste Wirtschafts- und Vermögenswachstum sei derweil in China zu erwarten, denn dort konnte die Pandemie im Gegensatz zu westlichen Staaten rasch eingedämmt werden. Schrumpfendes Gesamtvermögen sei dagegen vor allem bei lateinamerikanischen Ländern zu befürchten, da die meisten lokalen Währungen abgewertet wurden. Und die Schweiz profitiert vom Status des Frankens als Fluchtwährung. So konnte das durchschnittliche Vermögen in der ersten Jahreshälfte um 3.9 Prozent steigen. Auch dafür hat Nannette Hechler-Fayd’herbe eine Erklärung: «Die lange Tradition von Ersparnissen und das hochentwickelte Vorsorgesystem in der Schweiz tragen zu einer sehr stabilen Vermögenssituation bei, auch wenn man die Wechselkurseffekte berücksichtigt.»

Finanzsanierung Konsumentenschutz Presse & Medien Schuldenberatung

«Auch ein Börsencrash ist nicht ausgeschlossen»

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran droht in den kommenden Wochen tiefe Spuren an den Aktienmärkten zu hinterlassen.

Grund dafür seien die wachsenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. «Wenn dieser Konflikt weiter eskaliert, sind Turbulenzen an den Börsen unvermeidlich», warnt etwa Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Auch ein Börsencrash sei keineswegs ausgeschlossen. Analyst Timo Emden von Emden Research konstatiert derweil: «Nach einem fulminanten Börsenstart in das neue Jahr, vor allem befeuert durch die positive Entwicklung im US-chinesischen Handelsstreit, befinden sich Aktienanleger nur einen Tag später auf dem Boden der Tatsachen». Am Freitag geriet etwa der deutsche Dax nach dem freundlichen Jahresstart gehörig unter Druck und schloss 1,3 Prozent schwächer. In den USA verlor der Dow Jones 0,8 Prozent. Der Swiss Market Index gewann dagegen am Freitag 0,8 Prozent. 

Börsianer setzen aber weiterhin darauf, dass die grossen Notenbanken mit einer lockeren Geldpolitik das Schlimmste für die Börsen verhindern werden. Ausserdem hellten sich die Aussichten für die Weltwirtschaft prinzipiell auf, sagt Eckhard Schulte, Chef des Vermögensverwalters MainSky. Positiv sei vor allem die Teil-Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China, die am 15. Januar unterzeichnet werden soll. Die Furcht vor einer Eskalation dieses Konflikts hatte den Börsen in den vergangenen Monaten immer wieder zugesetzt.

Wenn Sie sich also nicht sicher sind, ob Sie zu diesem Zeitpunkt in ETFs, Aktien oder Fonds investieren wollen, sind Sie gut beraten, noch einige Wochen zu warten.


Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass Sie für Aktiengeschäfte keine Kredite aufnehmen sollten, da diese durch eine kleine Veränderung an der Börse Totalverluste werden können.
Falls Sie bereits Schulden aufgebaut haben, möchte wir empfehlen, dass Sie sich mit einem Schuldnerberater über ihre persönlichen Möglichkeiten unterhalten sollten. HIER bieten wir auch eine Liste der von uns am Besten bewerteten Dienstleister an.


Photo by Austin Distel on Unsplash