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SOS-Notfallplan bei Schulden. Tipps zur Selbsthilfe und was andere für Sie tun können.

SOS-Notfallplan bei Schulden

Die gute Nachricht zuerst. Wer Schulden hat, kann sich davon befreien. Mit eigener und fremder Hilfe. Sicherlich sind Schulden eine unangenehme Sache, und sie können einem massiv zusetzen. Aber sie sind kein Schicksal, dem man sich ergeben muss. Was also können Betroffene tun? Der SOS-Notfallplan gibt wichtige Tipps und erklärt, was die Finanzsanierung für Betroffene tun kann.

 

Erstens: Stärken Sie Ihre Willenskraft!

Die Schuldenlösung fällt niemandem in den Schoss. Man muss sie wollen, mit aller Kraft und Konsequenz. Denn auf dem Weg in die Schuldenfreiheit ist Disziplin und Ausdauer gefragt. Schwächen und Nachlässigkeiten sind tabu. Vergessen Sie nicht: viele Schulden sind hausgemacht – keine Kontrolle und Übersicht über die Ausgaben, Anschaffungen und Kredite, die ma sich eigentlich nicht leisten kann, Kaufen auf Pump. Hier sollten Sie einen inneren Schnitt machen, sich selbst in die Pflicht nehmen und ab sofort jede Ausgabe auf ihre Notwendigkeit überprüfen.

Zweitens: Stellen Sie sich unter Sparzwang!

Mit Sparen schaffen Sie das notwendige, wirtschaftliche Gegengewicht zu der Haushalts- und Finanzverwaltung, das zur Verschuldung beigetragen hat. Sie kontrollieren und hinterfragen alle Kosten und Ausgaben. Das trifft auch liebgewonnene Gewohnheiten – Lebensmittel, Restaurantbesuche, Genussmittel, Shopping, Telefonabonnements u.a. Betrachten Sie das als Luxusausgaben, die Sie sich bis auf Weiteres nicht mehr leisten können und wollen. Als Einzelperson lässt sich das leichter umsetzen als in der Familie. Aber machen Sie Ihrer Familie Mut und wecken Sie in ihr die Vision, wie schön das Leben erst ohne Schulden sein wird.

Drittens: Kappen Sie die Kosten!

Sparen heisst planen. Und zwar die Kostenstrukturen zu bewerten und festzulegen, wo Sie sinnvolle Einspareffekte erzielen können.

Bei Schulden an Fahrtkosten sparen

Brauchen Sie unbedingt Ihr Auto oder würden Sie mit Öffentlichen Verkehrsmitteln besser fahren? Wenn es Ihnen zu schwerfällt, sich von Ihrem Fahrzeug zu trennen, sollten Sie es wenigstens für eine Zeit lang stillstellen und von der Versicherung abmelden. Das spart Kosten. Auch ein Carsharing-Modell oder die Mitfahrgelegenheit könnten eine Alternative sein.

Bei Schulden die Mietkosten senken

Haben Sie schon die Möglichkeit eines Umzugs in eine billigere Wohnung überlegt? Die Miete inkl. Nebenkosten sollte nicht mehr als ein Drittel des Einkommens betragen. Die anfallenden Kosten für einen Umzug sind zu berücksichtigen. Lässt sich das weitgehend selber und mit Hilfe von Freunden machen, könnte sich das rechnen.

Bei Schulden Versicherungsprämien checken

Können Sie einen Prämienrabatt bei der Krankenkasse herausholen? Lassen Sie sich dazu bei einer entsprechenden Fachstelle beraten. Nehmen Sie sich Ihre Versicherungsverträge vor. Prüfen Sie, wie gut Sie abgesichert sind – bei Unfall, Arbeitslosigkeit, Haftpflicht – und nutzen Sie Vergleichsrechner auf Portalen. Vielleicht können Sie zu günstigeren Prämien wechseln. Prüfen Sie auch, ob Doppelspurigkeiten bei den Versicherungen vorliegen. Viele Personen in der Schweiz sind überversichert und unterschiedliche Abschlüsse können ähnliche Leistungen bzw. Teilleistungen enthalten. Nutzen Sie Wechsel- und Kündigungsoptionen, wenn Sie damit Kosten reduzieren können.

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Bei Schulden Telefonkosten reduzieren

Wie steht es um die Telefonkosten? Mit einem Prepaid-Handy telefonieren Nutzer oftmals günstiger als mit einem Abonnement. Immer das neueste Handymodell zu haben, ist nicht notwendig. Checken Sie auf jeden Fall Ihren Tarif auf den Konsumentenportalen und prüfen Sie die Kündigungsfrist. Wechseln Sie auf jeden Fall, wenn Sei dadurch Kosten einsparen können.

Viertens: Führen Sie ein Budgetbuch!

In verschuldeten Haushalten ist das Budgetbuch oder auch Haushaltsbuch Mangelware. Dabei wäre das Erfassen der Positionen ‚monatliches Einkommen‘, ‚Ausgaben‘, ‚Ausgaben Sparen und Schulden‘ von grösstem Vorteil. Das ist eine fundamentale Kalkulationsgrundlage, mit der Sie vor allem die Ausgaben besser managen und Prioritäten auch bei Zahlungen setzen können. Bei den Schulden ist es wichtig, einmal den vollständigen Status zu erfassen. Wie hoch sind Ihre Schulden gesamthaft? Bei wem haben Sie Ihre Schulden? Wo können rechtliche und amtliche Konsequenzen drohen (Betreibung, Gericht, Vollstreckung)? Was haben Sie zur Schlichtung unternommen? Für das Bezahlen der Schuldsumme brauchen Sie eine Strategie und einen Plan. Hier ist professionelle Hilfe unumgehbar.

Fünftens: Lassen Sie sich von Profis für Finanzsanierung helfen!

Kantone und karitative Einrichtungen bieten Fachberatungen an. Die Wartezeiten liegen z.T. zwischen 1 und 4 Wochen. Es gibt allerdings auch gewerbliche Anbieter, die mit der Finanzsanierung ein Komplettpaket an Leistungen bieten: Beratung, Schuldenmanagement und Finanzsanierung. Sie erfassen alle Schulden und Verbindlichkeiten, kontaktieren die Gläubiger, vereinbaren moderate Rückzahlungsraten, beraten Schuldner, erstellen Finanz- und Tilgungspläne, koordinieren die Zahlungen und coachen im Budgetmanagement. Am Ende der Laufzeit sind die Schulden getilgt. Finanzsanierungskunden verfügen dann über das notwendige Praxiswissen, wie sie künftig Schulden vermeiden und besser mit ihrem Budget umgehen.

Mögliche Beratungs- und Leistungspartner finden Sie in der Empfehlungsliste.

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Kredite Schulden Schuldenberatung

Finanzielles Risiko: Schweizer Familien wünschen sich weiterhin ein Eigenheim

Schweizer Familien wünschen sich ein Eigenheim

Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Swiss Life zeigt, dass Familien gerne in den eigenen vier Wänden leben würden und was für sie bei Wohneigentum besonders wichtig ist.

 

Wohneigentumsquote in der Schweiz bei 43 Prozent

Für Herr und Frau Schweizer ist und bleibt ein Eigenheim einer der grössten Träume. Rund drei Viertel der heutigen Mieter sind am Erwerb von Wohneigentum interessiert. Laut Eurostat bildet die Schweiz mit einer Wohneigentumsquote von knapp 43 Prozent jedoch weiterhin das Schlusslicht in Europa. Nur 37 Prozent der befragten Familien leben aktuell im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung. Wie es in der am Dienstag von Swiss Life veröffentlichten Studie heisst, sind 73 Prozent der heutigen Mieter grundsätzlich daran interessiert, in den kommenden zehn Jahren Wohneigentum zu erwerben. 14 Prozent haben den Wunsch nach einem Eigenheim aufgegeben, weil ihnen die Preise zu hoch sind oder sie über zu wenig Eigenkapital verfügen. Und weitere 13 Prozent wollen dagegen bewusst Mieter bleiben.

Wichtige Beweggründe für ein Eigenheim

Neben den Kosten und der Grösse spielt eine ruhige Lage in Naturnähe für Schweizer Familien eine zentrale Rolle bei der Wahl ihres Eigenheims. Keine Vorgaben durch Vermieter, grössere Gestaltungsfreiheiten und mehr Selbstbestimmung sind weitere entscheidende Beweggründe. Laut der Studie wünschen sich 60 Prozent der Befragten ein freistehendes Einfamilienhaus. Für ganze 70 Prozent ist ausserdem wichtig, dass die monatlichen Aufwendungen für die Miete eines vergleichbaren Objekts mindestens so hoch sind.

So finanzieren sich Schweizer den Traum vom Eigenheim

Schweizer Familien sparen laut der Studie im Durchschnitt rund acht Jahre, um sich Wohneigentum leisten zu können. 47 Prozent kaufen ihr Heim im Alter von 30 bis 35 Jahren, wovon 92 Prozent ihr Objekt mit einer Kombination aus Eigenkapital und Hypothek finanzieren. Swiss Life gibt bekannt, dass sich das Eigenkapital im Durchschnitt auf 212’000 Franken beläuft, während die durchschnittliche Höhe der Hypothek 553’000 Franken beträgt. Den Wohntraum finanziert sich knapp die Hälfte der Befragten mit Hilfe der Verwandtschaft. 22 Prozent konnten ihr Eigenkapital mit einer Schenkung oder einem Erbvorbezug aufstocken. Weitere 15 Prozent profitierten von einem zinslosen Privatdarlehen, 13 Prozent von einem Erbe und 6 Prozent von einem verzinsten Privatdarlehen. Die Ergebnisse stammen allesamt aus einer im Mai 2019 vom Marktforschungsunternehmen Value Quest im Auftrag von Swiss Life durchgeführten Befragung von insgesamt 875 Personen aus der Deutschschweiz und der französischen Schweiz, die mit ihrem Partner bzw. ihrer Partnerin und Kindern unter 18 Jahren im gleichen Haushalt leben und zudem zwischen 25 und 49 Jahre alt sind.

Viele Familien zählen beim Eigenheim auf Geld aus der Familie und einen Kredit. Die Kreditraten sind aber oft viel zu teuer gegenüber den Einkünften.

Finanzielles Risiko lässt sich nicht leugnen

Da sich jedoch viele Familien vom Eigenheim-Traum blenden lassen und sich beim Vergleich zwischen Miete und Kreditrate verrechnen, birgt dies ein nicht zu unterschätzendes finanzielles Risiko.

Denn die Darlehen und Hypotheken sind in den letzten Jahren weiter angestiegen und können leicht zur Schuldenfalle werden. Wir empfehlen Ihnen deshalb, allfällige bestehende Schulden zuerst zu sanieren, bevor Sie sich mit dem Traum des Eigenheims auseinandersetzen und weitere Schulden anhäufen. In unserer Auflistung von Anbietern im Bereich der Schuldenberatung und Finanzsanierung finden Sie von uns geprüfte und nachgewiesene Fachleute, die Ihnen im Falle der Überschuldung nachhaltig helfen und Sie beraten können.

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