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Düstere Aussichten: Die Schweiz wird noch jahrelang an der Corona-Krise kauen

Sollte sich die Schweizer Wirtschaft nicht rasch erholen, würden gesunde Firmen untergehen, die in einer normalen Rezession überlebt hätten, so SNB-Präsident Thomas Jordan. Bildungsökonom Stefan Wolter geht zudem davon aus, dass aufgrund der aktuellen Situation die Jugendarbeitslosigkeit im Sommer extrem ansteigen wird.

Nach Ansicht von Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, wird die Schweiz noch Jahre an den Kosten der Corona-Krise zu kauen haben. Der Verlauf der Pandemie sei weltweit dramatisch und treffe auch die Schweizer Wirtschaft hart. «Die Aktivität der Schweizer Wirtschaft entspreche derzeit nur etwa 70 bis 80 Prozent des normalen Niveaus», sagte Jordan in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Das verursache pro Monat Kosten von 11 bis 17 Milliarden Franken. Viele könnten sich vielleicht noch gar nicht vorstellen, was diese Zahlen für den Wohlstand der Schweiz überhaupt bedeuteten. Es sei mit dem grössten Wirtschaftseinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg zu rechnen. Anfänglich habe man noch davon ausgehen können, dass auf einen starken Einbruch eine schnelle Erholung folge, so dass sich das Bruttoinlandprodukt Ende des Jahres wieder auf dem Niveau von Anfang Jahr befände. Nun zeige sich jedoch, dass es für längere Zeit Nachwirkungen der Corona-Krise geben werde.

Folgeschäden für die Schweiz begrenzen

Wenn sich die Schweizer Wirtschaft nicht rasch erhole, sei es möglich, dass auch gesunde Firmen untergingen, die in einer normalen Rezession überlebt hätten, und dass dabei auch Arbeitsplätze verloren gingen. Es gelte nun, Folgeschäden für die Wirtschaft zu verhindern, sagte der SNB-Präsident weiter. Entscheidend sei nun, einen Königsweg zu finden, um die wirtschaftliche Aktivität wieder zu erhöhen und dabei die Ausbreitung des Virus so unter Kontrolle zu halten, dass es nicht zu einer zweiten Welle von Infektionen komme.

Hohe Jungendarbeitslosigkeit erwartet

Düstere Aussichten zeichnet auch Bildungsökonom Stefan Wolter: «Wir werden im Sommer ein extrem stärkeres Anschwellen der Jugendarbeitslosigkeit erleben». Wie er in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» erklärte, werde die Stellensituation im Sommer für Schul- und Lehrabgänger zu einer wahren Herausforderung und zu einer hohen Jugendarbeitslosigkeit führen. Man werde den Lehrbetrieben analog zu früheren Krisen empfehlen, ihre ehemaligen Lehrlinge länger zu beschäftigen. Dies werde in vielen Fällen aber gar nicht erst möglich sein, da bereits der Lehrvertrag für den nächsten Auszubildenden unterschrieben sei. Zudem kämpfen viele Lehrbetriebe ums Überleben. Wolter empfiehlt frisch ausgebildeten Berufsleuten daher, sich fit zu halten, Fremdsprachen zu lernen und fachliche Lücken zu schliessen.

Untersuchungen zeigten, dass jene, die in einer Rezession in den Arbeitsmarkt eintreten würden, bis zu zehn Jahre Nachteile in Form tieferer Löhne oder Arbeitslosigkeit mit sich schleppten. Das gilt laut Wolter auch für Akademiker. Diese könnten zwar ihre Studienzeit verlängern, was aber ebenfalls seinen Preis habe und das Gesamteinkommen schmälere. Der Direktor der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF), der an der Universität Bern lehrt, warnte auch vor den langen Bremsspuren, die die Corona-Krise im Bildungssystem hinterlassen werde. «Lohnforderungen des Personals oder höhere Forschungsetats haben auf lange Sicht hinaus wohl keine Chancen mehr», sagte Wolter. Eine klare Abfuhr erteilte er Ideen, Schulden zurückzubezahlen, indem man im Bildungssektor spare. Kurzfristig würde das zwar wenig sichtbare Folgen haben, langfristig wäre der Schaden hingegen immens. Am Schluss würde sich dies als Schuss ins eigene Bein herausstellen.

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Coronakrise Finanzsanierung Konsumentenschutz Schuldenberatung

Wie unser Arbeitsleben unter der Coronakrise leidet

Die Krise rund um die grassierende Corona-Pandemie hat das Arbeitsleben in die eigenen vier Wände verlagert. Neben dem ganzen Komfort, den Homeoffice mit sich bringt, fordert dies auch einen unangenehm hohen Tribut.

Um die Ausbreitung des potenziell tödlichen Coronavirus so gut wie möglich einzugrenzen, haben viele Banken, Versicherungen und weitere Arbeitgeber grosse Teile der Angestellten nach Hause geschickt. Eine grosse Kantonalbank etwa hat inzwischen so gut wie allen Arbeitnehmenden erlaubt, von zuhause aus zu arbeiten, sofern es die Arbeit ermöglicht. Zuhause arbeiten ist einerseits angenehm, da der Arbeitsweg je nach Grösse der Wohnung oder des Hauses nur ein paar Fussschritte beträgt, man viel mehr Zeit mit der Familie verbringen und nach getaner Arbeit direkt den Freizeitbeschäftigungen nachgehen kann.

Homeoffice hat durchaus Schattenseiten

Die amerikanische Nachrichtenagentur Bloomberg hat dazu in einem ausführlichen Bericht zahlreiche Nachteile aufgelistet. Laut der Auswertung des Netzwerkproviders NordVPN arbeiten Menschen im Homeoffice rund drei Stunden länger als noch vor dem Lockdown. NordVPN hat zu diesem Zweck ermittelt, zu welchem Zeitpunkt und für wie lange die Nutzer mit dem Dienst verbunden sind. Von allen Ländern, in welchen das Unternehmen aktiv ist, machen die US-Amerikaner die meisten Überstunden. Im Vereinigten Königreich, Frankreich und Spanien hat sich der Arbeitstag um zwei Stunden verlängert, in Italien gibt es hingegen keine Veränderung. Auch die Struktur des Arbeit- und Alltags hat sich verändert: Ohne Pendeln haben sich die Aufwachzeiten nach hinten verschoben, stellte NordVPN fest. Laut des amerikanischen E-Mail-Clients Superhuman hätten sich aber dafür die Spitzenzeit für den E-Mail-Verkehr um eine Stunde nach vorne auf 9 Uhr morgens verschoben. Angestellte sind auch spät in der Nacht noch aktiv. Surfshark, ein weiterer VPN-Anbieter, verzeichnete Nutzungsspitzen zwischen Mitternacht bis 3 Uhr morgens, die vor dem Ausbruch des Coronavirus noch nicht vorhanden waren.

Neben der zeitlichen Mehrbelastung sorgt vor allem auch die nun in Schieflage geratene Work-Life-Balance für die grösste Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit. Dies vor allem, weil man der Arbeit schlichtweg nicht mehr entrinnen kann, wenn sie in den eigenen vier Wänden stattfindet. Ohne sinnvolle Freizeitbeschäftigung und weil man aufgrund der aktuellen Situation zuhause bleiben sollte, haben viele Menschen das Gefühl, keine legitime Entschuldigung dafür zu haben, für die Arbeit nicht erreichbar zu sein. Bloomberg liefert dafür auch Beispiele:

So habe ein Mitarbeiter der amerikanischen Grossbank J.P. Morgan seine morgendliche Dusche unterbrochen, um an einer kurzfristig angesetzten ad-hoc-Besprechung teilzunehmen, nachdem er die Einladung von einem Kollegen auf seiner Smartwach gesehen hatte. Andere wohnen in Wohngemeinschaften, wo das Wohnzimmer tagsüber belegt ist, sodass die Betroffenen nur wenige Meter von ihrem Bett im Schlafzimmer arbeiten müssen, was sich auf die Arbeitsmoral und die Schlafgewohnheiten auswirkt. Das macht sich auch in repräsentativen Umfragen Anfang April und US-Angestellten bemerkbar: Knapp 45 Prozent der Arbeiter gaben an, dass sie in einen Burnout schlittern. Fast die Hälfte führte die psychische Belastung auf die gestiegene Arbeitslast, die Herausforderung, berufliches und persönliches Leben unter einen Hut zu bringen, und den Mangel an Kommunikation und Unterstützung seitens ihres Arbeitgebers zurück. 


Geben Sie acht auf sich und vor allem die persönlich Gesundheit. Kranke Arbeitnehmer sind gefährdeter den Arbeitsplatz zu verlieren und daran hängt oft eine Existenz. Wenn Sie durch die Krise in finanzielle Schieflage gekommen sind, ist das keine Tragik. Werden Sie gesund und erarbeiten Sie so schnell wie möglich mit einem Profi einen Finanz-Sanierungsplan. Unsere Empfehlungen helfen gerne weiter.

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