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Jeder zehnte Deutsche ist überschuldet

Wie aus dem aktuellen Schuldneratlas hervorgeht, waren in Deutschland 6,92 Millionen Menschen zum Stichtag am 1. Oktober überschuldet und hatten «nachhaltige Zahlungsstörungen». Das waren rund 10’000 Menschen weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 0,04 Prozent entspricht. Auch in der Langzeitperspektive habe sich die Lage merklich gebessert.

Überschuldung nimmt geringfügig ab

Der Schuldneratlas untersucht und gibt an, wie sich die Überschuldung von Privatpersonen innerhalb Deutschlands kleinräumig verteilt und entwickelt. Er wird jährlich von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Düsseldorf herausgegeben und hat sich als regionales und kommunales Arbeitsinstrument etabliert. Aus dem diesjährigen Schuldneratlas geht hervor, dass die Zahl überschuldeter Verbraucher in Deutschland erstmals seit 2013 leicht rückläufig ist.

Als überschuldet gelten Personen, die ihren Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht nachkommen können, da die zu leistenden Gesamtausgaben höher sind als die zu erwartenden Einnahmen. Die Überschuldungsquote entspricht dem Anteil überschuldeter Personen im Verhältnis zu allen Erwachsenen in Deutschland und sank leicht von 10,04 Prozent auf exakt 10 Prozent. Damit sind etwa 10’000 Personen weniger verschuldet als noch im vergangenen Jahr. Es sind aber weiterhin über 6,9 Millionen Bürger überschuldet und weisen «nachhaltige Zahlungsstörungen» auf.

«Harte» Überschuldung nimmt ab, «weiche» Überschuldung steigt an

Bei der «Intensität» der Überschuldung gibt es positive Trends und gegenläufige Bewegungen zu verzeichnen, wie Creditreform im Bericht mitteilte. Die «harten» Überschuldungsfälle gingen deutlich um 3 Prozent oder 125’000 zurück, die «weichen» nahmen dagegen um 4,1 Prozent oder 115’000 Fälle zu. Zu den «harten» Fällen zählen Verbraucher, die wegen einer Zwangsvollstreckung ins amtliche Schuldnerverzeichnis eingetragen sind oder eine Privatinsolvenz beantragt haben. «Weich» überschuldet sind Privatpersonen, die mindestens zwei, meist aber mehrere vergebliche Mahnungen mehrerer Gläubiger bekommen haben. Offensichtlich spiegelt sich im deutlichen Rückgang der «harten Überschuldung» zeitversetzt auch der seit Jahren kontinuierliche Rückgang der Privatinsolvenzverfahren und der Langzeitarbeitslosigkeit. Zugleich korrespondiert der vergleichsweise deutliche Anstieg der «weichen Überschuldung» mit den Folgen einer zunehmenden Konsumverschuldung, die sich durch fast alle Altersgruppen zieht.

Überschuldung bleibt Männersache

Auch wenn immer mehr Frauen in die Schuldenfalle tappen, gibt es zwischen Geschlechtern nach wie vor erhebliche Unterschiede. Während nur 7,65 Prozent der Frauen als überschuldet gelten, sind es bei den Männern mit 12,55 Prozent deutlich mehr. Die Überschuldungsfälle bei den Frauen nahmen 2019 weiter zu und es gab 6’000 neue Überschuldungsfälle auf nun über 2,7 Millionen insgesamt. Bei den Männern gab es einen Rückgang um 16’000 auf 4,2 Millionen Fälle im aktuellen Jahr.

Osten verbessert sich, Westen stagniert

Auch innerhalb Deutschlands sind die Unterschiede beachtlich. Zwar ist die Überschuldungsquote im Osten mit rund 10,3 Prozent momentan noch höher als die im Westen (9,9 Prozent). Das liegt aber in Abwanderungsbewegungen, im Rückgang der Einwohnerzahl, die ein sichtbares Absinken der Überschuldungsquote verhindert. Das sich die Lage im Osten Deutschlands über die Jahre kontinuierlich verbessert hat, wird an der Zahl der absoluten Überschuldungsfälle deutlich. Sie sinkt im Osten um 11’000 Fälle. Im Westen hingegen stieg sie um 1’000 Fälle an. Auch der Rückgang der harten Überschuldung ist im Westen (minus 2,9 Prozent) schwächer ausgeprägt als im Osten (minus 3,3 Prozent). 

Überschuldung ist ein Problem aller Milieus

Dass die Zunahme von Überschuldungszahlen und -quoten in den vergangenen 15 Jahren mit der Entwicklung der Armutsgefährdung, aber auch mit der Entwicklung der Einkommens- und Vermögensungleichheit in Deutschland korrespondiert, belegen vertiefende Sonderauswertungen. Allerdings zeigen diese auch, dass Überschuldung auch in nicht von Armut betroffenen Schichten und Milieus anzutreffen ist.


Wenn Sie sich angesprochen fühlen beim Thema Überschuldung, warten Sie nicht zu lang. Suchen Sie Hilfe bei Schulderberatern oder von uns empfohlenen Unternehmen, die Sie aus dieser Lage herausholen können.


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Kredite Schulden Schuldenberatung

Finanzielles Risiko: Schweizer Familien wünschen sich weiterhin ein Eigenheim

Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Swiss Life zeigt, dass Familien gerne in den eigenen vier Wänden leben würden und was für sie bei Wohneigentum besonders wichtig ist.

Wohneigentumsquote in der Schweiz bei 43 Prozent

Für Herr und Frau Schweizer ist und bleibt ein Eigenheim einer der grössten Träume. Rund drei Viertel der heutigen Mieter sind am Erwerb von Wohneigentum interessiert. Laut Eurostat bildet die Schweiz mit einer Wohneigentumsquote von knapp 43 Prozent jedoch weiterhin das Schlusslicht in Europa. Nur 37 Prozent der befragten Familien leben aktuell im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung. Wie es in der am Dienstag von Swiss Life veröffentlichten Studie heisst, sind 73 Prozent der heutigen Mieter grundsätzlich daran interessiert, in den kommenden zehn Jahren Wohneigentum zu erwerben. 14 Prozent haben den Wunsch nach einem Eigenheim aufgegeben, weil ihnen die Preise zu hoch sind oder sie über zu wenig Eigenkapital verfügen. Und weitere 13 Prozent wollen dagegen bewusst Mieter bleiben.

Wichtige Beweggründe für ein Eigenheim

Neben den Kosten und der Grösse spielt eine ruhige Lage in Naturnähe für Schweizer Familien eine zentrale Rolle bei der Wahl ihres Eigenheims. Keine Vorgaben durch Vermieter, grössere Gestaltungsfreiheiten und mehr Selbstbestimmung sind weitere entscheidende Beweggründe. Laut der Studie wünschen sich 60 Prozent der Befragten ein freistehendes Einfamilienhaus. Für ganze 70 Prozent ist ausserdem wichtig, dass die monatlichen Aufwendungen für die Miete eines vergleichbaren Objekts mindestens so hoch sind.

So finanzieren sich Schweizer den Traum vom Eigenheim

Schweizer Familien sparen laut der Studie im Durchschnitt rund acht Jahre, um sich Wohneigentum leisten zu können. 47 Prozent kaufen ihr Heim im Alter von 30 bis 35 Jahren, wovon 92 Prozent ihr Objekt mit einer Kombination aus Eigenkapital und Hypothek finanzieren. Swiss Life gibt bekannt, dass sich das Eigenkapital im Durchschnitt auf 212’000 Franken beläuft, während die durchschnittliche Höhe der Hypothek 553’000 Franken beträgt. Den Wohntraum finanziert sich knapp die Hälfte der Befragten mit Hilfe der Verwandtschaft. 22 Prozent konnten ihr Eigenkapital mit einer Schenkung oder einem Erbvorbezug aufstocken. Weitere 15 Prozent profitierten von einem zinslosen Privatdarlehen, 13 Prozent von einem Erbe und 6 Prozent von einem verzinsten Privatdarlehen. Die Ergebnisse stammen allesamt aus einer im Mai 2019 vom Marktforschungsunternehmen Value Quest im Auftrag von Swiss Life durchgeführten Befragung von insgesamt 875 Personen aus der Deutschschweiz und der französischen Schweiz, die mit ihrem Partner bzw. ihrer Partnerin und Kindern unter 18 Jahren im gleichen Haushalt leben und zudem zwischen 25 und 49 Jahre alt sind.

Viele Familien zählen beim Eigenheim auf Geld aus der Familie und einen Kredit. Die Kreditraten sind aber oft viel zu teuer gegenüber den Einkünften.

Finanzielles Risiko lässt sich nicht leugnen

Da sich jedoch viele Familien vom Eigenheim-Traum blenden lassen und sich beim Vergleich zwischen Miete und Kreditrate verrechnen, birgt dies ein nicht zu unterschätzendes finanzielles Risiko.

Denn die Darlehen und Hypotheken sind in den letzten Jahren weiter angestiegen und können leicht zur Schuldenfalle werden. Wir empfehlen Ihnen deshalb, allfällige bestehende Schulden zuerst zu sanieren, bevor Sie sich mit dem Traum des Eigenheims auseinandersetzen und weitere Schulden anhäufen. In unserer Auflistung von Anbietern im Bereich der Schuldenberatung und Finanzsanierung finden Sie von uns geprüfte und nachgewiesene Fachleute, die Ihnen im Falle der Überschuldung nachhaltig helfen und Sie beraten können.

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