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Umziehen in den Städten ist vergleichsweise teuer

In den Schweizer Städten kommt ein Umzug meist teuer zu stehen. Deshalb und aus Angst vor steigenden Mieten bleibend viele Städter vergleichsweise sehr lange in der gleichen Wohnung und zügeln nur zögernd.

Wer in Bern, Basel oder Zürich eine günstige Wohnung ergattern konnte, der zieht meist sehr ungern aus. Denn ähnlich preiswerte und vergleichbare Wohnungen sind in den Schweizer Städten kaum erhältlich und freie Wohnung sind meist deutlich teurer als jene, die schon belegt sind. Wie aus einem aktuellen Bericht der Raiffeisen Bank hervorgeht, wird der Umzug teurer, je länger man in der Wohnung gelebt hat. Denn im Schnitt zahlen Städter über einen Drittel mehr für ein neues Apartment (4-Zimmerwohnung mit 100 Quadratmetern). Dies ist vor allem, aber nicht nur ein städtisches Phänomen: Auch in der Agglomeration oder auf dem Land sind die sogenannten Bestandsmieten tiefer als die Angebotsmieten. Dort ist die Differenz aber viel weniger extrem und sie ist in den letzten Jahren zusätzlich geschrumpft, denn ausserhalb der Städte werden so viele Mehrfamilienhäuser gebaut, dass die Mieten für freie Wohnungen gesunken sind.


Als logische Konsequenz dieses Unterschiedes entpuppt sich, dass der Anteil der Langzeitmieter in den Städten deutlich höher ist. In den grösseren Zentren wird fast ein Fünftel aller Wohnungen seit mehr als 20 Jahren von den gleichen Mietern bewohnt. In touristischen oder ländlicheren Gebieten sind es dagegen nur halb so viele. Städter scheuen folglich einen Umzug und leben in einer für ihre Bedürfnisse meist zu kleinen Wohnung, weil ein Umzug die Finanzen zu stark beanspruchen würde. Doch das Preisgefälle kann beispielsweise auch zur absurden Situation führen, dass ein Ehepaar in einer vergleichsweise grossen Wohnung bleibt, nachdem die Kinder ausgezogen sind, wie die Miete in einem kleineren Objekt sogar höher wäre. 


Auch wegen der hohen Mieten ziehen deshalb immer mehr Stadtbewohner aufs Land. 2018 verabschiedeten sich knapp 7000 Personen aus den Stadtgemeinden, wie die Raiffeisen in ihrer Studie weiter bekannt gibt. In der Agglomeration und auf dem Land sind die freien Objekte häufig gleich teuer oder sogar günstiger als bereits vermietete. Sogar neu gebaute Wohnungen sind in vielen Fällen ohne Aufpreis zu haben. Laut der Studie sind es vor allem Schweizer und Ausländer, die schon lange hier leben, die die Städte verlassen. Eine Trendwende ist dabei laut Raiffeisen nicht in Sicht: So dürften in naher Zukunft noch viele Menschen in den Grosszentren einen Wegzug ins Auge fassen.


Wenn Sie aktuell über einen Umzug in eine andere Wohnung oder sogar die Finanzierung einer eigenen Immobilie nachdenken, sollten Sie Ihre Kosten exakt kalkulieren. Denn hier lauern eine Menge kleiner Finanzfallen.

Wenn sich die unbezahlten Rechnungen schon stapeln, verschleppen Sie diese Situation nicht zu lange und sprechen Sie mit einem Finanzberater in Ihrem Kreditinstitut oder einem Experten aus unserer Empfehlungsliste.

Photo by Erda Estremera on Unsplash

Bonität Finanzsanierung Recherche

OECD rechnet in der Schweiz mit Wachstumsbeschleunigung

Nach einer Prognose der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kann die Schweiz im kommenden Jahr auf eine Wachstumsbeschleunigung hoffen. Doch die Negativzinsen bergen auch Risiken.

Die Schweiz kann nach einer Prognose der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im kommenden Jahr auf eine Wachstumsbeschleunigung hoffen. In ihrem am Montag veröffentlichten Länderbericht geht die OECD 2020 von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,4 Prozent aus, nachdem die Wirtschaftsleistung der Schweiz dieses Jahr lediglich um 0,8 Prozent zulegen dürfte. Der OECD zufolge werden Lohnwachstum und ein gesunder Arbeitsmarkt den Konsum stützen. Angesichts der global angespannten Situation bleibe das Prognoserisiko allerdings bedeutend, hiess es in der Prognose. Die OECD sieht für die öffentliche Hand angesichts der Haushaltsüberschüsse Spielraum auf der Ausgabenseite. «Die Schuldenbremse sollte Ausgabenüberschreitungen und Einsparungen symmetrisch behandeln», erklärte die Organisation.

Gleichzeitig bergen die Negativzinsen der Schweizer Notenbank jedoch Risiken für den Wohnungsmarkt und den Finanzsektor. «Sobald die Inflation nachdrücklich aufwärtsgerichtet ist, sollte die Geldpolitik unter Berücksichtigung der Risiken einer Wechselkurserhöhung mit einer Straffung beginnen.» Die Schweizer Regierung geht dagegen im kommenden Jahr sogar von einem BIP-Anstieg von 1,7 Prozent aus nach 0,8 Prozent Plus im laufenden Jahr. 2018 hatte die Wirtschaftsleistung des Landes auch dank der Fussball-WM und der olympischen Winterspielen – die Veranstalter Fifa und IOC haben ihren Sitz in der Schweiz – um 2,8 Prozent zugenommen.